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Telekom DSL Drosselung: Der Stand der Dinge

iele Kunden nutzen schon seit Jahren die Flatrate-Angebote des Marktführers Deutsche Telekom AG für den Internet-Anschluss. Dies gilt sowohl für die Internetdatenübertragung über das Festnetz, als auch die LTE-Produkte. Der ursprüngliche Vorschlag der Telekom lief darauf hinaus, dass Vielnutzer eine Übertragungsgeschwindigkeit von nur noch etwa 40 % der DSL-Geschwindigkeit zur Verfügung gestellt werden sollte.

ANPASSUNG AN DEN HEUTIGEN TECHNOLOGIESTAND

Die Deutsche Telekom AG begründete dies damit, dass viele Flatrate-Tarife aus einer Zeit stammten, als die Datenmengen wesentlich geringer waren und deshalb die Monatspreise auch auf eine niedrigere durchschnittliche Inanspruchnahme ausgerichtet gewesen seien. Von Angeboten anderer Unternehmen, ganze Kinofilme oder Fernsehprogramme über das Netz zu schicken war bis vor kurzem noch keine Rede. Inzwischen möchten aber verschiedene Unternehmen wie Amazon.de, Maxdome.de und watchever.de das Fernsehen der neuen Zeit erfinden: Anstatt der bisherigen Aussendung des gleichen Programmes (oder 30 oder 40 unterschiedlichen davon) wird beim internetbasierten Fernsehen oder Video jede einzelne Sendung einzeln übertragen. Und kann genau deshalb auch vom einzelnen Zuschauer angehalten, unterbrochen oder neu gestartet werden.

WARUM DIE TARIFÄNDERUNG TEILWEISE SCHEITERTE

Der Deutschen Telekom AG ist mit der Ankündigung der Drosselung eine wahre PR-Katastrophe gelungen. Ausdrücklich war in der Ankündigung davon die Rede, dass Angebote der Telekom auf das Datenvolumen nicht angerechnet werden sollten. Und schon witterten die neuen Anbieter eine Diskriminierung. Die Telekom musste darauf hin den Rückzug antreten und die Drosselung teilweise zurücknehmen: Diese würde erst ab dem Jahr 2016 gelten und dann würde den Kunden immer noch die doppelte Geschwindigkeit eines DSL-Anschlusses zur Verfügung stehen.

EIN BITTERER NACHGESCHMACK BLEIBT

Trotz dieses teilweisen Zurückruderns der Telekom bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Und zwar nicht zu Lasten der Telekom, wie viele Blogger oder Journalisten meinen. Stattdessen wurde anhand dieses Präzedenzfalles wieder einmal die notwendige Diskussion über die sinnvolle Nutzung des Internets und auch die Kostenwahrheit und Kostenklarheit verpasst. So konnten maxdome.de, Amazon & Co. nicht klarmachen, warum deren exorbitanter Datentraffic ohne Preisaufschlag durch Datennetze geleitet werden soll, die weder dafür gebaut worden sind noch an deren Finanzierung sie sich beteiligen. Die fairere und auch kundenfreundlichere Lösung wäre die Beibehaltung der bisherigen Internet Flat-Rates durch die Deutsche Telekom bei gleichzeitiger Beteiligung der Programmeinspeiser gewesen.

Der Grund dafür ist, dass die Unternehmen die Netze nicht wie ein normaler Internetshop zum Übertragen von einzelnen Bildern oder Artikelinformationen nutzen. Stattdessen treten sie praktisch wie ein echter Fernsehsender auf. Diesen Widerspruch sollten die Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom AG und die Einspeiser relativ rasch klären. Sonst entsteht beim nächsten Technologiesprung möglicherweise eine ähnliche Situation.

Oder die Deutsche Telekom nimmt keine Unterscheidung zwischen den eigenen Angeboten und Angeboten von Fremdanbietern vor und bietet erweiterte Flatrates an.

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